Flussbarsch

Barsche im flachen Wasser
Barsche im flachen Wasser © Mps197 – stock.adobe.com

Der Flussbarsch ist einer der häufigsten Süßwasserfische Europas. Er ist schnell, gefräßig und in so gut wie jedem Gewässer anzutreffen. Bei der Wahl seines Habitats ist der Barsch nicht sonderlich anspruchsvoll, da er sehr anpassungsfähig ist. Deswegen kommt er auch im Brackwasser und in Höhen bis zu 1000 Metern vor. Der Barsch eignet sich zudem hervorragend als Speisefisch. Seine Vielfalt und sein guter Geschmack machen ihn zu einem beliebten Zielfisch unter Anglern. Der größte offiziell beurkundete geangelte Flussbarsch an der Angel wurde 2016 von Richard Hart aus dem Lek in Holland gezogen und hatte eine Länge von 47 Zentimetern.

Barsch-Steckbrief

NameFlussbarsch
SynonymeBarsch, Kretzer, Egli
Wissenschaft. NamePerca fluviatilis
FamilieEchte Barsche (Percidae)
GattungPerca
OrdnungBarschartige (Perciformes)
VorkommenEuropa, Ostasien, Australien und Südafrika
HabitatFlüsse, Seen und Brackwasser
Größe15-70 Zentimeter
Gewichtbis zu 5 Kilogramm
Alterbis zu 22 Jahre
GefährdetNein

Habitat

Der Flussbarsch ist in ganz Europa, Ostasien, Australien und Südafrika anzutreffen. Ein Barsch stellt lediglich hohe Ansprüche an den Sauerstoffgehalt eines Gewässers und ist relativ säureresistent. So kommen sogar Bestände in sumpfigen Waldteichen vor, in denen keine andere Fische leben. Auch im Brackwasser der Ostsee, oder in Gebirgsseen mit bis zu 1000 Meter über dem Meeresspiegel ist der robuste Fisch anzutreffen. Dabei stellen ihn Wassertemperaturen von warm bis kalt zufrieden.

Am wohlsten fühlt der Barsch sich in großen, stillen Seen und langsam fließenden Flüssen mit festem, steinigem Untergrund. Dabei hält der Flussbarsch sich am liebsten in flachen Uferzonen und Untiefen im Freiwasser auf. Junge Barsche suchen zum Schutz vor Prädatoren die Gemeinschaft der Gruppe, während kapitale Flussbarsche eher Einzelgänger sind. Ausgewachsene Exemplare sind auch im Freiwasser anzutreffen.

Am wohlsten fühlt der Barsch sich in großen, stillen Seen und langsam fließenden Flüssen mit festem, steinigem Untergrund. Dabei hält der Flussbarsch sich am liebsten in flachen Uferzonen und Untiefen im Freiwasser auf. Junge Barsche suchen zum Schutz vor Prädatoren die Gemeinschaft der Gruppe, während kapitale Flussbarsche eher Einzelgänger sind. Ausgewachsene Exemplare sind auch im Freiwasser anzutreffen.

Barsch-Merkmale

Aussehen

Der Körper des Barschs ist gedrungen, seitlich abgeflacht und wird im Alter zunehmend hochrückiger. Sein Kopf erinnert an den des Zanders, ist allerdings stumpfer und kürzer. Das weit gespaltene Maul ist oberständig und mit kleinen spitzen Zähnen besetzt. Seine nach hinten spitz auslaufenden Kiemendeckel weisen einen Dorn auf und bedecken die Kiemen vollständig. Zudem besitzt er raue Kammschuppen, deren freier Rand mit kleinen Zähnchen besetzt ist.

Wie für Barschartige typisch besitzt auch der Flussbarsch eine geteilte Rückenflosse. Die erste Rückenflosse ist hart- und die Zweite weichstrahlig. Der Barsch kann beide Rückenflossen wie einen Fächer auf- und zuklappen. Der Fisch besitzt zudem ein Paar Brust- und ein Paar Bauchflossen und eine Afterflosse. Seine Rückenflosse ist symmetrisch.

Farbe

Das auffälligste Merkmal des Flussbarschs ist die rötlich-orangene Färbung seiner Flossen. Seine Rückenfärbung ist von gräulich bis olivfarben relativ dunkel. Seine Flanken hingegen sind deutlich heller und mit sechs bis neun schwärzlichen Querstreifen versehen. Die Bauchseite des Barschs dagegen ist weißlich und weist manchmal einen leichten Rotstich auf. Die vordere Rückenflosse des Flussbarschs hat am hinteren Teil einen schwarzen Fleck. Ansonsten sehen beide Rückenflossen gräulich bis transparent aus. Die restlichen Flossen haben ebenfalls eine gräuliche bis transparente Farbgebung, weisen allerdings am Ende einen deutlichen Rotstich auf.

Größe

Der Flussbarsch ist ein langsam wachsender Fisch und erreicht eine durchschnittliche Länge von 15 bis 30 Zentimetern. Da Nahrungsangebot und Wasserqualität Einfluss auf das Wachstum haben, kann ein Flussbarsch unter optimalen Bedingungen jedoch eine Länge von über 60 Zentimetern erreichen, Dies stellt jedoch die absolute Ausnahme dar. Der größte beurkundete Flussbarsch, der je geangelt wurde besaß eine Länge von 47 Zentimetern. Der Fisch wurde 2016 von Richard Hart im Lek in Holland gefangen.

Gewicht

Der durchschnittliche ausgewachsene Flussbarsch bringt selten Gewicht von mehr als einem Kilogramm auf die Waage. Allerdings wurden auch schon deutlich schwerere Fische gefangen. Den offiziell anerkannten Rekord an der Angel, hält der Flussbarsch des Finnen Kalle Vaaranen. Der Fisch brachte stolze 2,9 Kilogramm auf die Waage.

Alter

Der Flussbarsch wird in der Regel zwischen zehn und zwölf Jahre alt. Das höchste Alter, das die Tiere erreichen können, wird auf 22 Jahre geschätzt.

Lebensweise

Barsch in seinem natürlichen Habitat
Barsch in seinem natürlichen Habitat© slowmotiongli – stock.adobe.com

Ernährung

Der Flussbarsch ist ein Raubfisch, der sich am liebsten von Fischen maulgerechter Größe ernährt. Den Großteil seiner Beute stellen sofern es der Lebensraum zulässt Karpfenartige wie Rotauge oder Ukelei dar. Der Fisch besitzt allerdings auch kannibalistische Tendenzen und macht keinen Halt vor kleineren Artgenossen. Der Flussbarsch frisst auch Insektenlarven, kleinere Krebse, Fischbrut und Würmer.

Fortpflanzung

Im Frühjahr zwischen März und Juni beginnt die Laichzeit des Flussbarsches. Die Fische suchen zum laichen flache Uferzonen auf. In Fließgewässer wandert der Barsch auf der Suche nach ruhigeren Plätzen auch kleinere Strecken. Ist der optimale Laichplatz gefunden, legt der weibliche Barsch etwa 45.000 Eier pro Kilogramm Körpergewicht ab, die anschließend vom Männchen befruchtet werden. Zur Eiablage werden Wasserpflanzen, Steine und Äste benutzt. Die Eier bilden dabei sogenannte “Laichstreifen”, die ein für den Barsch typisches Netzmuster bilden.

Barsch-Entwicklung

Larvenstadium

Nach etwa zwei bis drei Wochen schlüpfen die fünf bis sechs Millimeter großen Larven aus den Eiern. Unmittelbar danach steigen die Barsch-Larven an die Wasseroberfläche, um ihre Schwimmblase mit Sauerstoff zu füllen. Den nötigen Auftrieb bekommen die Larven durch einen Öltropfen im Dottersack. Anschließend fangen die in der Strömung treibenden Larven an sich im Freiwasser von Zooplankton zu ernähren und zehren von ihrem Dottersack.

Entwicklung als Jungtier

Ist der Dottersack nach einigen Wochen beinahe aufgebraucht, legen die jungen Barsche ihre larvalen Merkmale ab. Sie sind nun in der Lage selbstständig zu schwimmen und schließen sich zu großen Schwärmen zusammen. Gemeinsam suchen sie in Ufernähe nach ihrer Beute, die normalerweise aus kleinen Organismen wie Krebstieren und Insektenlarven besteht. Dabei jagen sie ihre Beute im Schutz natürlicher Deckungsmöglichkeiten.

Nach einem Jahr hat der Barsch eine Größe von etwa 6 bis 8 Zentimetern und nach dem zweiten Jahr eine Größe von etwa 9 bis 13 Zentimetern erreicht. Die Männchen erreichen nach dem zweiten Jahr ihre Geschlechtsreife, die Weibchen nach etwa 3 bis 4 Jahren. In Fällen von Nahrungsknappheit kommt es vor, dass ein Barsch ausschließlich durch Kannibalismus das Alter der Geschlechtsreife erreicht.

Feinde des Barschs

Der Barsch hat Raubfische wie Zander, Hecht und Wels als natürliche Feinde. Kleinere Flussbarsche werden auch gerne von größeren Artgenossen gefressen. Der größte Feind des Barsches ist allerdings der Mensch. Gewässerverschmutzung trägt ebenso ihren Teil zur Dezimierung der Bestände bei:

Der Barsch als Speisefisch

Filetierter Barsch
Filetierter Barsch © Dzina – stock.adobe.com

Der Barsch ist ein beliebter Speisefisch, der sich durch sein weißes Fleisch auszeichnet. Die Verarbeitung des Flussbarsches ist denkbar leicht, da sein festes Fleisch nur wenige Gräten aufweist. Diese lassen sich mühelos entfernen. Der Barsch gehört zu den Magerfischen und liefert wichtige Omega-3-Fettsäuren. Barschfleisch ist sehr kalorienarm, gesund und kann ohne Bedenken beim Abnehmen gegessen werden.

Barsch-Nährwerte

pro 100 Barsch

Kalorien81 kcal
Eiweiß18.4 g
Fett0.8 g
Kohlenhydrate0 g
Ballaststoffe0 g

Geschmack

Das Fleisch des Flussbarsches ist bissfest und überzeugt durch sein angenehmes Aroma. Es ist nicht notwendig viel zu würzen, da der Barsch schon eine überzeugende Note an Eigengeschmack mit sich bringt, die dadurch in den Hintergrund rücken würde. Die Gräten lassen sich sehr einfach entfernen und werden nicht als störend empfunden. Für das optimale Geschmackserlebnis ist der Verzehr fangfrischer Barsche empfehlenswert.

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