Zander

Zander in seinem natürlichen Habitat
Zander in seinem natürlichen Habitat© Rostislav – stock.adobe.com

Der Zander ist der größte im europäischen Süßwasser vorkommende Vertreter der Barschartigen. Seine ausgeprägten Sinne und sein für schnelle Bewegungen gebauter Körper machen ihn zu einem erfolgreichen Raubfisch. Der Jäger bevorzugt Freiwasser und ist nur selten in klaren Uferbereichen anzutreffen. Sein schnelles Wachstum und sein guter Geschmack machen den Hechtbarsch zu einem beliebten Speisefisch. Deshalb wurde er auch in Gewässern ausgesetzt, in denen er früher nicht heimisch war. So ist er mittlerweile in ganz Europa anzutreffen. Der Schweizer Jürg Scherrer fing 2016 mit einer Länge von 1,04 Metern und 11,48 Kilogramm den größten bisher beurkundeten Zander an der Angel.

Zander-Steckbrief

NameZander
SynonymeSander, Hechtbarsch, Schill, Fogosch
Wissenschaft. NameSander lucioperca
FamilieEchte Barsche (Percidae)
GattungSander
OrdnungBarschartige (Perciformes)
VorkommenEuropa und Westasien
HabitatLangsame Flüsse, Kanäle, Seen und Haffe im tieferen Wasser
Größe40-130 Zentimeter
Gewichtbis zu 19 Kilogramm
Alter10-25 Jahre
GefährdetNein

Habitat

Der Zander ist in ganz Europa und Westasien beheimatet. Die nacht- und dämmerungsaktiven Raubfische bevorzugen trüberes Wasser von Seen und Flüssen mit festem Boden. Allerdings findet man die Fische auch im Brackwasser, wie dem Kaspischen Meer und der Ostsee. Am wohlsten fühlt sich der Hechtbarsch bei einer Wassertemperatur zwischen 8 und 18 °C.

Tagsüber sucht der Zander zum Schutz vor Sonnenlicht tiefere Gewässer auf. Nachts und während der Dämmerung ist er in einer Wassertiefe von zwei bis sechs Metern anzutreffen.

Die Fische sind relativ anspruchsvoll was den Sauerstoffgehalt eines Gewässers betrifft und weichen klaren, seichten Stellen und schlammigem Untergrund aus. Uferbereiche, Schilf und dicht bewachsene Stellen meidet der Zander ebenfalls. Während junge Exemplare häufig in Gruppen anzutreffen sind, handelt es sich bei einem ausgewachsenen Hechtbarsch um einen Einzelgänger. Kapitale Zander sind fast ausschließlich im Freiwasser anzutreffen.

Zander-Merkmale

Aussehen

Zander auf Beutejagd
Zander auf Beutejagd © AS – stock.adobe.com

Ein auffälliges Merkmal des Zanders ist sein spindelförmiger, langgestreckter, mit Kammschuppen bedeckter Körper. Als Barschartiger besitzt er zwei stachelige Rückenflossen und einen zugespitzten Kopf. Der Zander ist bei Gefahr in der Lage die Rückenflossen aufzustellen. Sein Kopf ist weitgehend schuppenfrei und an der Oberseite abgeflacht. Der Zander hat ein tief gespaltenes Maul mit Bürstenzähnen. Im Ober- und Unterkiefer befinden sich außerdem lange, spitze und ungleichmäßige Fangzähne. Die Maulspalte eines Zanders ist sehr tief und reicht bis hinter die großen Augen. Der Hechtbarsch besitzt des Weiteren eine stachelige Bauch- und Afterflosse. Die Rückenflosse des Zanders ist groß und symmetrisch.

Farbe

Rücken und Kopfoberseite des Zanders sind grün-bräunlich, lediglich die Flanken weisen einen helleren Farbton auf. Die Kopfseite ist silbrig und die Bauchgegend sieht silberweiß aus. Die Flossen des Hechtbarschs sind schwärzlich gefleckt, lediglich Bauch- und Afterflosse sind etwas heller.

Geschlechtsmerkmale

Das Geschlecht eines Zanders zu bestimmen erweist sich als äußerst schwierig bis unmöglich. In der Laichzeit kann eine beschädigte Schwanzflosse ein Indiz für ein Männchen sein. Der männliche Hechtbarsch benutzt die Flosse nämlich zum Ausheben eines Nests.

Größe

Zander zeichnen sich unter anderem durch ihr schnelles Wachstum aus. Die durchschnittliche Größe der Fische liegt bei zwischen 40 bis 80 Zentimetern. Allerdings wurden auch schon deutlich größere Hechtbarsche gefangen. Am Starnberger See wurde 1959 ein 1,20 Meter langer und 19 Kilogramm schwerer Zander geangelt. Der größte, verlässlich dokumentierte gefangene Zander wurde 2016 von Jürg Scherrer im Lago Maggiore geangelt und hatte eine Länge von 1,04 Metern und ein Gewicht von 11,48 Kilogramm. Da Hechtbarsche ihr ganzes Leben lang wachsen, kommt es immer wieder vor, dass Fische deutlich von der Norm abweichen.

Alter

Zander werden in der Regel zwischen zehn und fünfzehn Jahre alt. Das höchste Alter, das die Tiere erreichen können, wird auf 25 Jahre geschätzt.

Lebensweise

Ernährung

Der Zander ist ein nacht- und dämmerungsaktiver Raubfisch, der seine Beute bevorzugt im Freiwasser jagt. Obwohl sein Maul auf den ersten Blick imposant aussieht, eignet es sich nicht zur Aufnahme größerer Tiere. Daher bevorzugt er kleinere Fische, macht aber auch vor Krebsen und Kleinlebewesen nicht halt. Aufgrund seines hervorragenden Sehvermögens findet der schnelle Räuber seine Beute auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Dabei hilft ihm eine reflektierende Pigmentschicht. Tagsüber versteckt sich der lichtscheue Zander in größeren Wassertiefen.

Fortpflanzung

Die Laichzeit des Hechtsbarschs fällt auf die Monate April bis Juni bei Wassertemperaturen von 10 bis 12°C. Die Fische bevorzugen dabei Flachwasserzonen in Ufernähe mit einer Tiefe von ein bis drei Metern und festem Untergrund. Das Männchen hebt mithilfe seiner Schwanzflosse eine Laichgrube aus. Diese hat einen Durchmesser von ungefähr 50 Zentimetern und eine Tiefe zwischen 5 und 10 Zentimeter.

Das Weibchen legt anschließend zwischen 150.000 und 200.000 Eiern pro Kilogramm Körpergewicht. Bis zum Schlupf der Jungen wird das Gelege vom Männchen bewacht. Der männliche Hechtbarsch vertreibt Nesträuber und versorgt die Eier durch Schwingungen seiner Schwanzflosse mit frischem Wasser. Dies verhindert eine Verpilzung der Eier und stellt die Sauerstoffversorgung sicher. Während der Laichzeit nehmen Zander keine Nahrung zu sich.

Zander-Entwicklung

Larvenstadium

Nach sieben Tagen schlüpfen die 5-6 Millimeter großen Larven. Zunächst ernähren die Fische sich von ihrem Dottersack. Ist dieser aufgebraucht, beginnen sie Zooplankton zu fressen und wachsen rasant. Nach einigen Wochen legen sie ihre larvalen Merkmale ab.

Entwicklung als Jungtier

Bereits nach wenigen Wochen stellt der Zander aktiv der Brut anderer Fische nach. Im Herbst, haben die Fische eine Länge von 10 Zentimetern erreicht und fangen an größerer Beute nachzustellen. Nach zwei bis drei Jahren ist das Männchen geschlechtsreif, das Weibchen nach drei bis vier Jahren. Hechtbarsche haben zum Zeitpunkt des Eintretens der Geschlechtsreife eine Länge von 35 bis 45 Zentimeter.

Feinde

Ein natürlicher Feind des Zanders ist der Graureiher. Kannibalismus unter Hechtbarschen ist ebenso kein seltenes Phänomen. Gelegentlich wird auch mal ein Zander von einem Wels verspeist, sein größter Feind bleibt allerdings der Mensch. Wasserverschmutzung ist ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor.

Der Zander als Speisefisch

Der Zander ist ein beliebter Speisefisch, der sich durch sein weißes Fleisch auszeichnet. Seine Verarbeitung ist denkbar leicht, da das fettarme Fleisch des Hechtbarsches nur wenige Gräten aufweist. Der Zander gehört zu den Magerfischen und liefert wichtige Omega-3-Fettsäuren. Zander ist sehr gesund und lässt sich optimal filetieren. Der Fisch eignet sich aufgrund seines niedrigen Kaloriengehalts hervorragend zum Abnehmen.

Zander-Nährwerte

pro 100 g Zander

Kalorien 83 kcal
Eiweiß19,2 g
Fett0,73 g
Kohlenhydrate0 g
Ballaststoffe0 g

Geschmack

Zanderfleisch zeichnet sich durch seinen aromatischen, frischen Geschmack aus, der an Hecht erinnert. Das Fleisch ist nahezu grätenfrei und harmoniert sehr gut mit Kräutern. Die Haut ist sehr geschmacksintensiv und gut zum Verzehr geeignet. Wie auch bei anderen Tieren unterscheidet man hier zwischen Hechtbarsch aus biologisch, ökologisch einwandfreier Herkunft und der Massenzucht.

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